Als eine Arbeit zwischen Kunst und qualitativer Forschung entstand “Schambereich” zweitausendachtzehn im Rahmen meines Studiums der Kunsttherapie an der HfWU.

Während der semesterübergreifenden Beschäftigung mit den Gefühlen von Scham und Ekel begegneten mir diese immer häufiger im Zusammenhang mit Weiblichkeit. Die Verbindung von Frausein und Scham tritt absurderweise noch immer sehr häufig auf. Gerade deshalb erscheint es mir besonders relevant, diesen Kontext zu thematisieren.

So filmte ich Frauen bei Interviews zu natürlichen Themen, die in der westlichen Gesellschaft eine Bedeutungsverschiebung erfahren haben.
Aus dem Videomaterial wurden Standbilder entnommen, welche die körpersprachlichen Reaktionen der Probandinnen zeigen.

Weder der Fragebogen noch die Antworten der Frauen sind für die Betrachter einsehbar.

Konträr zur Intimität des Inhalts und der privaten Atmosphäre der Befragung wurden die Standbilder als nahezu lebensgroße Drucke, sowie sechs Serien á vier kleinen Bildern im Flur der Hochschule aufgehängt. Dieser wurde mit Kreppband abgeklebt und bildet den abgegrenzten “Schambereich”. Die Betrachtung des Bereichs war sowohl vom Standpunkt außerhalb als auch durch Überschreiten der abgeklebten Grenze möglich.